Delegiertenversammlung
des Kreisfeuerwehrverbandes Holzminden e.V.
am 15. April 2011

Sofortiger Handlungsbedarf: Herausforderungen von morgen, Technik von gestern?
 
„Wir können die Kameraden von heute nicht mit Einsatzmitteln von gestern auf die Herausforderungen von morgen vorbereiten“, Branddirektor Klaus Wickboldt aus der Polizeidirektion Göttingen bringt es auf den Punkt, wird unterstützt von Kreisbrandmeister und Kreisverbandsvorsitzenden Hans-Hermann Brandt. An dem Zitat des Landesbranddirektors Jörg Schallhorn ist dabei sehr viel Wahres dran. Ein „Spiel mit dem Feuer“ sei es so Wickboldt, wenn unter Missachtung von Regeln notwendiges Arbeitsgerät nicht beschafft würde. Und damit springt er auf der jährlichen Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Holzminden ein in die derzeitige Diskussion um eine weitere Drehleiter im Kreis, die unter sicherheitstechnischen Gesichtspunkten eigentlich gar keine Diskussion mehr sein dürfte. Hier wird sofortiger Handlungsbedarf gefordert, für die Sicherheit der Bürger und auch der Einsatzkräfte. Als deutlichen Aufruf an die Politiker formulierte auch Regierungsbrandmeister Rolf-Dieter Röttger klare Worte, denn „qualitativ bessere Sicherheit ist für weniger Geld schlichtweg nicht möglich“. Und Gesetze, die lediglich unter den Gesichtspunkten der Kostenersparnis und Ausgabenreduzierung stünden, sind ebenso am Thema vorbei – die Novelle der Feuerwehrverordnung ist da ein Beispiel.

Die Probleme sind allgegenwärtig und bis in die kleinste Ortsfeuerwehr spürbar. In Zeiten des starken Demographischen Wandels ist man einmal mehr darauf angewiesen, als Feuerwehr präsent zu sein und durch verschiedene Aktionen Mitglieder zu werben. Dabei hat der Kreisfeuerwehrverband Holzminden nicht an Mitgliedern verloren, ganz im Gegenteil. Sicherlich zum Großteil den Neugründungen von Kinderfeuerwehren ist es zu verdanken, dass die Mitgliederzahl im Bereich der Jugendabteilungen von 448 auf 517 angestiegen ist. Die Mitgliederzahlen in den Kinderfeuerwehren stehen derzeit bei 91 Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren, durch die Neugründung der Kinderfeuerwehr Polle noch in diesem Jahr wird diese Zahl in den dreistelligen Bereich ausgedehnt. Kreisjugendwart Nils-Peter Kriegel spricht in seinem Jahresbericht daher auch von einer positiven Entwicklung der Jugendzahlen, die nicht zuletzt auch auf die Erfolgstory der Kinderfeuerwehren zurückzuführen sei. Dennoch stehen dem deutlichen Zuwachs von 102 neuen Mitgliedern auch 80 Verluste gegenüber, von denen lediglich 38 in die aktiven Wehren übernommen werden konnten. In Zukunft wird somit der Bereich Kinderfeuerwehr eine zunehmend wichtigere Rolle spielen, wenn es um die Nachwuchsgewinnung geht. Die zunehmende Altersstruktur macht die Nachwuchsförderung dabei mittlerweile fast zu einer Überlebensaufgabe der Feuerwehren.

„Dennoch“, so Kreisbrandmeister Hans-Hermann Brandt, „sind wir im Kreis noch nicht in eine besorgniserregende Entwicklung geraten“, denn noch seien überall Brandschutz und Hilfeleistung zu erfüllen. So wurden im vergangenen Jahr über 900 Einsätze erfolgreich bewältigt, darunter rund 600 Technische Hilfeleistungen, 48 Entstehungsbrände, 17 Klein- und 35 Mittelbrände und glücklicherweise kein Großbrand. Negativ dabei ist nur die Zahl der Fehlalarmen, die größtenteils auf Fehlfunktionen in meist veralteten Brandmeldeanlagen zurückzuführen sei. Ein ausgezeichnet funktionierendes Team der Brandschutzerziehung war auch 2010 wieder in zahlreichen Stunden unterwegs in Kindergärten und Schulen. Viele ehrenamtliche Helfer sind in den vier Zügen der Kreisfeuerwehrbereitschaft engagiert und auch die Funkgruppe hat sich auf den im vergangenen Jahr übergebenen ELW II gut eingelebt und bereits die ersten Einsätze absolviert. Die Jugendfeuerwehr hat wieder zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen erlebt und auch die Kreisfrauensprecherin Karla Weißfinger war mit einer Werbekampagne in der Mitgliederwerbung unterwegs. Mit einem erheblich großen Anteil ist nicht zuletzt auch die Kreisausbildung verantwortlich für den hohen Ausbildungsstandart im Landkreis Holzminden.

Neben den üblichen Regularien gab es zum Schluss auch wieder zahlreiche Neuwahlen und Bestätigungen im Kreisverband. Bestätigt wurden für den Vorstand die Kameraden Andreas Damrau (FF Bodenwerder-Polle) und Frank Teiwes (FF Eschershausen-Stadtoldendorf). Als Delegierten für die 100. Landesverbandsversammlung wurden Andreas Dörre (FF Bodenwerder-Polle), Frank Teiwes (FF Eschershausen-Stadtoldendorf), Helmut Schneider (FF Holzminden) und Volker Grimm (Werkfeuerwehren) bestätigt, die den Verband dieses Jahr in Stadthagen vertreten werden. Karla Weißfinger ist weitere drei Jahre Kreisfrauensprecherin und der Kamerad Horst Niemeyer weitere drei Jahre Kreisstabführer, neuer Kassenprüfer ist André Oberg.

Stadtoldendorfer Kameraden befördert

Auch gab es wieder einige hochkarätige Ehrungen und Beförderungen. So wurde der Kreisbereitschaftsführer Thomas Planke aus Stadtoldendorf vom Oberlöschmeister zum Hauptlöschmeister befördert und der Kamerad Göhmann vom Hauptlöschmeister zum Brandmeister. Darüber hinaus wurde auch der stellvertretende Kreisbrandmeister und Oberbrandmeister Wolfgang Brandt, ebenfalls Stadtoldendorfer, zum Hauptbrandmeister befördert. Ehrungen vom Deutschen Feuerwehrverband für besondere Verdienste gab es ebenfalls, mit der Verleihung des Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Silber an den Hauptbrandmeister Manfred Stahlmann sowie mit zwei Feuerwehr-Ehrenkreuzen in Gold an die Kameraden Hauptbrandmeister Ralf Hartmann sowie an den Ersten Hauptbrandmeister Karl-Ludwig Böker. Dem ehemaligen Kreisgeschäftsführer Bernd Mangold wurde neben Heinrich Hesse auf der Versammlung die Ehrenmitgliedschaft angetragen.


Wolfgang Brandt und Thomas Planke


Die Geehrten und Beförderten

 

Datum: 15.04.2011
Bericht: Sebastian Rustenbach
Fotos: Sebastian Rustenbach

Freiwillige Feuerwehr Stadtoldendorf